Gedichte - Gedanken

I

Einer feiert Geburtstag.

Die Gäste beschenken sich gegenseitig.

Nur der, der Geburtstag hat,

geht leer aus. Aber sieh nur:

Er lächelt.

II

Die hohe Zeit des Schenkens

Nach den ehernen Gesetzen:

Wie du mir, so ich dir.

Auge um Auge sozusagen,

Gabe um Gabe.

Eine harte Zeit:

Da wird einem nichts geschenkt!

III

Zum Weihnachtsfest

hatte er einhundertzweiundzwanzig

Geschenke ausgesucht und eingepackt

und vierhundertundvier Glückwünsche

geschrieben und zur Pst getragen.

Als einer sich für sein Geschenk

bedankte, winkte er

nur ganz bescheiden ab:

Ich habe ja nur meine Pflicht getan!

IV

Gold, Weihrauch und Myrrhe,

wahrhaft königliche Geschenke,

brachten die drei Weisen

damals, um zu huldigen…

Heute schenken weise Leute,

wie man hören kann,

Angora-Unterwäsche, ein

Wahrhaft königliches Geschenk,

eine Huldigung

an den guten Geschmack.

V

Unter Bergen von Geschenkpaketen

und Päckchen und Flaschen

fand man am Heiligen Abend

ein Kind, kaum zu glauben,

ein richtiges Kind,

und es atmete noch.

Niedlich, sagten alle.

(Quelle unbekannt)

J.

7 Kommentare 29.12.07 09:37, kommentieren

Es ist so:
als hätten wir uns nie gekannt.
Nur noch glitzernde Erinnerungen
ganz hinten im Gedächtnis,
eingegraben in einer Schublade.
Fein säuberlich sortiert
und
verstaubt.

K.

4 Kommentare 24.11.07 14:53, kommentieren

Das Leben steht auf schwarzen Humor,
es lacht sich krank
wenn du von der Schnauze gleich ins Grab fällst.
Es lässt dich zittern,
schreien,
weinen - und verarscht dich doch nur.
Es sticht dir in den Rücken
wenn du dich in Sicherheit wähnst.
Ist das nicht einfach nur lachhaft?

 

K.

1 Kommentar 4.11.07 18:08, kommentieren

Sobald man federleicht ist und schwebt, hängt sich irgendein Idiot an dich und du kommst wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

J.

4 Kommentare 18.7.07 21:29, kommentieren

Die Liebe zu zwei Frauen ist weder obszön noch gemein. Sie ist im Gegenteil völlig normal (und normalisierend), sie ist eine bedeutsame Vertiefung aller Lebensbelange. Ich vergleiche sie oft mit der Elternliebe. Niemand hat je gefordert, dass wir nur die Mutter oder nur den Vater lieben dürfen.

Wilhelm Genazino

J. 

11 Kommentare 19.5.07 11:46, kommentieren

Alles

Vor Freude die Fliegen in der Luft fangen
und jedem Frosch einen Kuss geben.
Einen Strauß aus Löwenzahn pflücken,
und den Wolken beim Fliegen zusehen.
Dich schlafend neben mir - dafür alles geben.

Ich möchte rennen, laufen, hüpfen, springen, schwimmen,
über Berg, Tal, See, Meer, Wüste,
quer durch die ganze Welt.
Von Kairo nach Berlin,
Von Neapel nach Singapur
um glücklich zu sein
in deinen Armen zu liegen
und einfach nur zu lachen.

Das Leben genießen,
in die Luft springen
und einen doppelten Rückwärtssalto machen.
Der Welt einen Kuss auf die Stirn drücken.
Das Leben mit einem Geschenkband umwickeln,
und die Gedanken fliegen lassen.
Deinen Atem zu hören - dafür alles geben.

Refain

Ein Dauergrinsen zu besitzen
und alle damit anstecken.
Pizza essen bis man platzt
und im Regen spazieren gehen.
Von Cola schwarze Füße kriegen.
Vernunft über Bord werfen.
Deine Augen zu sehen - dafür alles geben.

Refrain

Lg K.

1 Kommentar 21.5.06 15:23, kommentieren

Ich bin auf den Berg geklettert,
hab mich abgestrampelt,
keine Luft mehr bekommen,
versucht mich mit aller Kraft festzuhalten,
meine Gedanken nur darauf konzentriert,
mir die Hände blutig gerissen,
meine ganze Hoffnung an einen Strohalm geklammert.

Ich wollte zur Spitze.
Ich wollte SEHEN,
wollte frei sein.
Frei in meinem Herzen,
frei in meinem gesamten Tun - weinen, lachen, schreien.
ICH sein.

Nun, da ich gedacht habe, ich sei am Ziel,
erhebt sich vor mir ein ergrautes Land,
im Nebel und Wolkendunst getaucht.
Wo ist nun mein Ziel?

Lg K.

2 Kommentare 27.4.06 18:48, kommentieren